Leibrente - Informationen und Tipps

leibrente

Unter dem Begriff Leibrente versteht man eine wiederkehrende Zahlung, die nach §§ 759 ff. BGB bis zu einem bestimmten Ereignis gezahlt wird. Üblicherweise endet die Zahlung mit dem Tod der bezugsberechtigten Person. Leibrenten sind ein wichtiger Teilbereich der privaten Rentenversicherung und können in Form von periodischen Auszahlungen oder als Einmalzahlung erfolgen. Im Unterschied zu Zeitrenten, deren Zahlung auf einen bestimmten Zeitraum festgelegt ist, sind Leibrenten mit der Lebenszeit des jeweiligen Versicherungsnehmers verknüpft.

Was sind die Vorteile einer Leibrente?

Leibrenten haben den Vorteil, dass der Versicherungsnehmer bis zu seinem Lebensende mit einer festen Auszahlung rechnen kann. Die einzelnen Verträge unterscheiden sich je nach Zahlungsvereinbarung und anderen Konditionen. Meist wird die Rentensumme jedoch in periodisch festgelegten Raten ausgezahlt. Für den Versicherer haben Leibrenten der Vorteil, dass Auszahlungen an die Lebensdauer des Versicherungsnehmers gebunden sind und nicht zwingend darüber hinaus geleistet werden müssen. Jedoch können Hinterbliebenenrenten an Leibrenten gekoppelt werden. Im Todesfall des Begünstigten können die rechtmäßigen Erben dann einen Teil oder die komplette Rentensumme für sich beanspruchen.

Wie wird Leibrente berechnet?

Wichtige Rechnungsgrundlagen für die Leibrente sind Alter und Geschlecht des jeweiligen Rentenberechtigten. Die Höhe der Leibrente bemisst sich außerdem am erzielbaren Kaufpreis des Versicherungsobjekts zuzüglich Zinsen. Verschiedene Leibrenten Rechner im Internet vermitteln einen ersten Überblick, worauf es bei Leibrentenversicherungen ankommt und mit welchen Rentensummen im konkreten Anwendungsfall gerechnet werden kann. Für die Versteuerung von Leibrenten sind beispielsweise § 20 EStG iVm § 55 DVO zum EStG maßgeblich.

Hausverkauf gegen Leibrente

Leibrenten dienen auch der Immobilienfinanzierung. Der Hausverkauf gegen Leibrente, auch als umgekehrte Hypothek bezeichnet, ist in diesem Zusammenhang das wichtigste Anwendungsbeispiel. Der Käufer einer Immobilie verpflichtet sich dabei, dem Verkäufer nur einen Teil des Kaufpreises sofort und den restlichen Zahlungsbetrag in Form einer Leibrente zu zahlen. Der Verkäufer kann damit seine private Altersvorsorge sichern und profitiert von regelmäßigen monatlichen bzw. einer Einmalzahlung. Für den Käufer ergibt sich unter Umständen der Vorteil, dass mit dem Ableben des Begünstigten die volle Summe noch nicht getilgt ist. Der Vertrag kann jedoch bestimmte Sonderregelungen beinhalten, die den Käufer auch über den Todesfall hinaus zu Leistungen verpflichten. Dazu gehören beispielsweise die Rentengarantiezeit für Erben, Nießbrauch oder Wohnrecht.